Ich Hab a Mädele

Karsten Troyke

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    Die dichter reden viel zu viel von treue –
    Im grund genommen sucht der mensch das neue!
    Besonders um die liebe steht es übel
    Denn da sind alle leute sehr flexibel
    Doch da mich gott auf diese welt gebracht hat
    Und mich so schwach, wie ich doch bin, gemacht hat
    Da nutzt es ihm auch nichts, wenn ich bereue –
    Und somit wär'mer wieder bei der treue

    Ich hab a mädele, die hat a fingerle
    Mit diesem fingerle drückt sie an knopf
    Und dieses knöpfele geht in mein herzele –
    Da macht mein herzele an großen klopf!

    Und dieses mädele wohnt in an häusele
    Wenn ich das häusele von weitem blick
    Da nimmt das mädele sofort das knöpflele
    Und gibt dem knöpfele an langen drück

    Mein armes weib zu haus weint sich die augen aus!
    Ich lass sie weinen – was kann ich dafür?
    Ich spür das knöpfele in meinem herzele
    Und lauf zum mädele und bleib bei ihr

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    Und meine kinderschar, die stets mein alles war
    Wenn die am abend schreit: „ach, bleib zu haus!“ -
    Dann, wenn ich bleiben will, spür ich das knöpfele
    Und schieb die kinder weg und renn hinaus!

    Da sitzt das mädele in ihrem fensterle
    Und schaut mich an und fragt: „warum so spät?
    Wenn du nicht früher kommst, dann komm doch gar nicht her!“
    Und drückt auf's knöpfele, derweil sie red

    Da geht das knöpfele gleich in meinem herzele –
    Es brennt im köpfele an großes loch
    Ich fall zu füßen ihr und sag: „verzeihe mir!“
    Drauf sagt das mädele: „na, einmal noch!“

    Das ganze städtele sieht mich so komisch an –
    Ich grüß die leute nicht, auch wenn ich möcht!
    Und meine freunde sind nicht meine freunde mehr
    Und meine feinde haben in allem recht!

    Und ob ich arbeit hab
    Und ob ich hunger hab
    Und ob ich sorgen hab, ist mir egal!
    Ich glaub die zeit steht still
    Und wenn ich doch was will
    Spür ich das knöpfele und hab keine wahl!
    Ich leg mich flach und denk: „da muss doch was passiern –
    Ich kann mich doch vorm lieben gott nicht so blamiern!“

    Aber da sitzt das mädele in ihrem fensterle
    Und schaut mir aufmerksam von oben zu –
    Wenn sie von dort nicht bald mit gott herunterfallt
    Dann fall ich selbst wohin und dann is ruh!
    Wenn sie von dort nicht bald mit gott herunterfallt
    Dann fall ich selbst wohin – und dann is ruh!

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