Wiegenlied

Karsten Troyke

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    Schlafe, schlafe ein, mein kind
    Sieh, die schöne nacht beginnt
    Und die ganze welt geht nun zur ruh'
    Alles in die betten kroch
    Kaum sieht man die sterne noch
    Schließ auch die augen zu!
    Und dreh dich brav mit dem kopf zur wand
    Den zweiten kopf gib in meine hand
    Den dritten leg ich dann sacht
    So, dass dein geweih nicht sticht
    Ach, verlier die hoffnung nicht –
    Dein treuer vater wacht!

    Halte deinen schlaf recht fest
    Träume, was sich träumen lässt
    So, als hätte niemand was gewusst
    Falte deine wollfrisur
    Wickle deine nabelschnur
    Ums horn auf deiner brust
    Ich binde dir deinen zwischenraum
    Dann liegt er ruhig und rührt sich kaum
    Und leuchtet in einsamer pracht
    Und dein kleiner hasenlauf
    Hört sogar zu bluten auf –
    Dein treuer vater wacht!

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    Schlafe, schlafe lang und tief
    Halte deine borsten schief
    Dann kann man die grübchen deutlich seh'n
    Wenn du dich in tränen tauchst
    Oder deinen rauch verhauchst –
    Mein kind, wie bist du schön!
    Dann lächelst du mir das herz entzwei
    Und drückst mich heftig und schnaubst dabei
    Und winselst hinaus in die nacht
    So dass ich dich lang und still
    Immer wieder küssen will –
    Dein treuer vater wacht!

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