Schöner Wohnen

Ulrich Roski

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    Ich bin es nun leid
    Beim Durchforsten der Wohnungsmarktanzeigen
    Vorzeitig früh zu erblinden
    Und doch immer das gleiche zu finden:
    Keine Hunde, Studenten und Ausländer
    Keine Musikinstrumente, nur ruhiges Ehepaar ohne Kind
    Ich bin es auch leid
    Mittels listig geplanter Touristik
    Ins Grüne und Blaue zu reisen
    Und in besseren Kreisen zu speisen
    Wo in den raffiniertesten Soßen
    Im ganzen und großen
    Meist schamlos ein falscher Hase schwimmt

    Ich kenn' einen Ort
    Wo man nie diese vierziggeschoßigen Dinger baut
    Wo man mir nicht auf die Finger schaut
    Für mich gibt's nur eins:
    Ich zieh' auf den Müll
    Denn ich weiß, was ich will
    Ich will nie mehr Gebirge seh'n
    Wie Pyrenäen
    Karpaten und Knüll
    Ich bleib' auf dem Müll
    Fernab vom Gebrüll
    Was soll ich im Walde?
    Hier auf der Halde
    Hab' ich mein Idyll
    Welch ein Gefühl

    Wenn des Morgens der erste wärmende Sonnenstrahl durchs Gerümpel dringt
    Die lebensspendende Sonne
    Grinst auf meine Tonne
    Und ich grins' zurück, wenn sie nachts in den Tümpel sinkt
    So stirbt ein Held
    Wie schön, wenn du weißt
    Die sorgende Stadtreinigung liefert zweimal im Monat
    Für dich frische Möbel aus
    Und sogar frei Haus
    Manchen Tisch in Form einer Niere
    Vierzig Klaviere
    Zwei Schaukeln, ein Reck und ein Sammelband Micky-Maus

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    Und werden mir trotz der spartanischen Lebensart einmal die Taschen leer
    So greif' ich ins Flaschenmeer
    Und lebe vom Pfand in den Mund
    Es wird auf dem Müll
    Manchmal unheimlich still
    Doch schwillt auch der Berg in bedrohlichem Maß
    Ich frag' ihn: „Macht's Spaß? -
    Na bitte, dann schwill!"
    Ich bleib' auf dem Müll
    Von Mai bis April
    Spiel' nie Toto und Lotto
    Und leb' nach dem Motto:
    I wanna be like a fool on the hill

    Kein Mensch, der mich hört
    Kein Mensch, der mich stört
    Kein Heer von Kindern, das im Hausflur
    Eine Rollschuh-Rallye fährt

    Kein Wecker, der schellt
    Kein Köter, der bellt
    Kein Topf aus Blech, der nachts versehentlich
    Vom Küchenfenster fällt

    Ich bleib' auf dem Müll
    In meinem Idyll
    Und wer mir mal schreiben will, kann:
    Wirf den Brief in den Gully
    Dann kommt er schon an!

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