Des Künstlers Fisch

Ulrich Roski

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    Im Leben großer Künstler ist noch vieles ungeklärt
    Veles, was der kleine Mann der Straße nie erfährt
    Ich räume hier nun endlich einmal einen Zweifel aus:
    Warum warf man Franz Schubert einst aus dem Dreimädelhaus?

    Der Sonne güld'ner Schimmer
    Umspielt das sommerliche Wien
    Frau Schubert putzt die Zimmer
    Mit Fleiß und Terpentin
    Kommt zum Pianoforte
    Mit ihrem Flederwisch
    Da fehl'n ihr schier die Worte:
    Im Flügel liegt ein Fisch

    Frau Schubert will kein Haustier
    Und pfeift sofort nach ihrem Sohn:
    „Franz komm und nimm das raus hier!"
    Und Franz meint: „Hat ihn schon."
    Er barg den Fisch in einer Flasche
    Der Fisch war feucht und schlank
    Und trug ihn in der Tasche
    Wo er auch ging und stank

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    Das Dumme ist beim Fische
    Wird er nicht sachgemäß gekühlt
    Verliert er leicht an Frische
    Das hat auch Franz gefühlt
    Denn fragt er einmal eine Kleine
    Ob er ihr Händchen halten darf
    Ruft sie nur: „Franz, zieh Leine
    Du riechst mir viel zu scharf!

    Du magst ja ein Genie sein
    Und komponierst ja auch nicht schlecht
    Aber mein Freier wirst du nie sein
    Mit deinem müden Hecht."
    So ward auf jeden Hauses Schwelle
    Der Franz bereits vergrault
    Und Schuld ist die Forelle
    Die in der Hose fault

    Die alte Tante Volksmund sagt bereits mit Recht und Fug:
    „Durch andrer Leute Schaden wird der Aufmerksame klug."
    Aus dieser Anekdote über Schubert lernen wir:
    Wenn du zum Weibe gehst, dann laß den Karpfen im Klavier!

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