In Acht Und Bann

Vogelfrey

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    In nicht eben kirchlicher Manier
    Erklingt ein Teufelston im Wald
    Erhebt sich ächzend über'm Holz
    Und fliegt davon in Missgestalt
    Wer ihn erzeugt ward nicht geseh'n
    Die Vaganten blieben unentdeckt
    Doch befindet der Jäger unbeirrt
    Dass ein sechsköpfiger Dämon dahinter steckt

    Hoch oben in luft'ger Höh'
    Ein schwarzer Rabe fliegt

    In Acht und Bann zieh'n wir durchs Land
    Heimlichtuerei des Lebens Unterpfand
    Verhüllt mit Schatten dunkler Macht
    Sind wir Futter für die Vögel
    Auf dass wir singend untergeh'n

    Heidenpack voll Häresie
    Wenn Schaden bringt wer lebend bleibt und singt
    Ist's wohl mit bloßem Wort nicht mehr getan
    Auf dass das Lied vom Galgen klingt
    Ist Angst ist Hass gepaartes Wesen
    Das des Häschers Jagdlust treibt
    Das Leben eine einz'ge Flucht ins Nichts
    Geschmückt mit Tönen froher Farb'

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    Jedoch exkommuniziert
    Heißt nicht exekutiert

    In Acht und Bann gejagt durchs Land
    Heimlichtuerei des Lebens Unterpfand
    Doch bei all dem Leid und trotz Verdruss
    Ist in des Raben Ohr der Tritonus
    Ein wahrer Hörgenuss

    In einem Käfig bringt man ihn gebunden auf den Platz
    Triumphgeheul verkündet das Ende der Hatz
    Es scheint als sei des Goliarden Grenze der Himmel nicht mehr
    Der Galgen wartet der Strick verwaist und leer
    Doch ungebrochen ist des Raben Blick
    Dem Ende noch so nah grämt ihn nicht dies düst're Geschick
    Gehängt und um das Haupt gebracht verhallt sein Ton im Nichts
    Doch selbst von Schnäbeln behackt fault er grinsenden Gesichts

    Und wie die Zeit verstrich verging auch des Barden Gestalt
    Als Festmahl für die Raben verschwand sein Körper schon recht bald
    Aus seinen Knochen jedoch unversehrt der Erde zum Geschenk gemacht
    Erhob der schwarze Vogel sich erneut und flog hinaus in die junge Nacht

    Selbst die Inquisition
    Singt uns're Lieder schon

    In Acht und Bann verkannt im Land
    Heimlichtuerei des Lebens Unterpfand
    Gehüllt in Klänge fremder Kraft
    Sind wir Futter für die Vögel
    Auf dass wir singend untergeh'n

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